2020 konnte die Literarische Lese nicht stattfinden 

Wir freuen uns auf 2021

Bitte Vormerken! Literarische Lese: 13. bis 30. Mai 2021

Das Motto „Freiräume“ sollte in  verschiedenen Veranstaltungsformaten thematisiert werden. Wir wollten geografische, gesellschaftliche und biografische Bezüge herstellen und dabei das Thema Europa, insbesondere im Sinne des Schengener Abkommens, ansprechen. Corona hat alles verändert.

Im Konzept steht: „Freiräume  sind Entfaltungs- und Gestaltungsräume.“ Die Fragen, die wir uns gestellt haben, lauteten unter anderem:

  • Was bedeutet uns „frei“? 
  • In welchen Räumen wollen wir sein? 
  • Warum leben wir so wie wir leben? 
  • Welche Ziele haben wir? 
  • Welche Grenzen gibt es? 
  • Aus welcher Perspektive treffen wir Entscheidungen? 
  • Treffen wir diese überhaupt noch selbst? 
  • Welche neuen Freiräume schafft die Virtualisierung unseres Alltags? 
  • Welche Möglichkeiten haben wir? 
  • Welche Verantwortung tragen wir? 
  • Welche Bedingungen braucht es, um Zukunft human zu gestalten? 
  • Was trennt, was verbindet uns?“

Den Dialog, den wir mit solchen Fragen eröffnen wollten, müssen wir nun auf nächstes Jahr verschieben. Aber er wird ein anderer sein als wir es uns vorgestellt haben. Denn unsere Welt wird nächstes Jahr – da sind wir uns sicher – eine andere sein.

Wir beobachten es an uns selbst, wie der radikal veränderte Alltag mit seinen Einschränkungen und Unsicherheiten die Wahrnehmung beeinflusst, wie sich Prioritäten verschieben und Gewohnheiten wandeln. Welche Auswirkungen das gesellschaftlich haben wird, ist noch nicht absehbar, wir werden lernen müssen, Vieles neu zu denken. Wir müssen politisch werden im Sinne von Mitgestalten von Zukunft. Und hier kann die Kultur eine besondere Rolle spielen. Karin Kneffel hat in einem Interview auf die Frage, ob sie eine politische Künstlerin sei, erwidert: „Ich bin ein politischer Mensch – in dem Sinn, dass ich möchte, dass man hinschaut, seinen Geist öffnet, andere Perspektiven einnimmt und sich die Frage stellt: Könnte es nicht alles ganz anders sein?“

Momentan sind wir aufgefordert, genau dies zu tun und unsere persönlichen Antworten zu finden; wir als Bürger*innen eines demokratischen Landes können mitentscheiden, wie es nach Corona weitergeht. Dafür braucht es neben dem Aushalten der Unsicherheit eine große Portion Mut zur Gestaltung. „Wo andere Formen des Zusammenlebens sichtbar werden, bilden sie eine Gegenwirklichkeit. Einen Nicht-Ort im Vergleich zu dem, an dem wir leben. Andere Welten scheinen auf, nicht unähnlich dem Konjunktiv. Die Literatur bringt in der Sprache solche Gegenwelten, die einen nicht realen Ort haben, hervor, insofern ist sie utopisch,“ schreibt Uwe Timm in einem eben erschienenen Essayband. In der Literatur ist utopisches Denken bestens aufgehoben. In diesem Sinne werden wir das Thema „Freiräume“ nächstes Jahr neu auflegen.

Die Literarische Lese

Zwischen Obstbäumen und Weinreben liegt, umgeben von einer mittelalterlichen Stadtmauer, die Stadt Freinsheim. Seit 2010 findet hier eine „Lese“ besonderer Art statt. Hasan Özdemir als Ideengeber fand 2010 mit Eleonore Hefner, Susanne Gierlich und Waltraud Amberger ein Team, das seither die Literatur nach Freinsheim bringt.

Unser Konzept

Freinsheim ist in der literarischen Welt durch Hermann Sinsheimer bekannt. Der dort aufgewachsene Jurist, Journalist, Theaterkritiker und Schriftsteller musste wegen seiner jüdischen Herkunft aus Nazideutschland fliehen. Zu seinen Ehren verleiht die Stadt Freinsheim seit 1983 den Hermann-Sinsheimer-Preis für Literatur und Publizistik und die gleichnamige-Plakette im Wechsel. Dieser Kontext spielt bei der literarischen Lese stets eine besondere Rolle.

Unser Anspruch war es, Lokales und Überregionales zu verbinden und die Literatur zur festen Größe im Veranstaltungskalender der Stadt Freinsheim zu machen. Mit einem vielfältigen Programm möchten wir Ortsansässige und Literaturinteressierte aus Nah und Fern erreichen und damit einen Begegnungsraum für Literatur in der Region schaffen. Inzwischen zählt die Lese zu den kulturellen Highlights der Stadt und hat ein eigenständiges literarisches Profil entwickelt. Wir danken allen, die dazu beigetragen haben und allen, die uns alljährlich unterstützen!

  • Freinsheim bietet einen idealen Rahmen: Die Altstadt mit ihren historischen Gebäuden, Stadtmauer, Retzerpark, Gärten, Weinberge und Obstwiesen – das sind reizvolle Kulissen für Begegnungen mit Autorinnen und Autoren

  • Wir freuen uns, dass regionale Literaturinstitutionen wie das Künstlerhaus Edenkoben und der Literarische Verein der Pfalz zu festen Kooperationspartnern geworden sind

  • Literatur ist für uns auch ein Medium, in Kontakt zu kommen

    • Wir knüpfen Netzwerke zwischen Literatur, Musik und Bildenden Künsten
    • Schon der Name verbindet Literatur und Wein: In Zusammenarbeit mit Winzerbetrieben vor Ort gibt es den „Wein zur Lesung“ sowie eine literarische Wanderung durch die Weinberge.

Projektleitung

Dr. Waltraud Amberger, Literaturwissenschaftlerin und Philosophin, lebt mit ihrer Familie in Grünstadt und hat in der Region seit über dreißig Jahren in zahlreichen kulturellen Projekten mitgewirkt. Ihre Leidenschaft gilt der Literatur und sie schätzt die Literarische Lese Freinsheim als Möglichkeit, sich jedes Jahr auf ein neues Abenteuer zu begeben: die Verbindung von Literatur mit Film, Bildender Kunst und Musik zu einem fröhlichen, anspruchsvollen und weltoffenen Kulturprogramm.

Veranstalter

Stadt Freinsheim in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein der VG Freinsheim e.V.

Der Kulturverein wurde 1991 mit dem Ziel gegründet, das kulturelle Leben in der Verbandsgemeinde Freinsheim zu fördern und zu pflegen. Der Schwerpunkt des Vereins lag in den ersten Jahren bei Konzertveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Musikschule der Verbandsgemeinde.

Parallel dazu engagierte sich der Kulturverein für Projekte wie den Erwerb der Skulptur „Die schöne Palatina“ des Mainzer Künstlers Karlheinz Oswald, den seit 1998 stattfindenenden Jazzworkshop, Theateraufführungen, Kabarett, Chansonabende und gelegentlich auch klassische Konzerte.

Der Kulturverein war an der Gründung der Literarischen Lese Freinsheim maßgeblich beteiligt.

Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und arbeitet ausschließlich mit Ehrenamtlichen.

Förderer

Ohne Förderung ist ein Projekt wie die literarische Lese Freinsheim nicht möglich. Das Gesamtprojekt der Lese wird seit Anfang an vom Kultursommer Rheinland-Pfalz gefördert. Weitere Zuschüsse kommen vom Bezirksverband der Pfalz, Raiffeisenbank und von der Stadtsparkasse. Darüber hinaus wird die Lese jedes Jahr durch lokale Unterstützer und Sponsoren begleitet.

Herzlichen Dank allen Förderern für die Unterstützung!

Kooperationspartner
Kulturwerkstatt Grünstadt, Kultur Rhein Neckar e.V., Künstlerhaus Edenkoben, Literarischer Verein der Pfalz, Hotel Altstadthof, Winzerbetrieb Hans Dieter Reibold, Bistro Olive