Literarische Lese 2021

Aus aktuellem Anlass findet die Lese in zwei Teilen statt

Teil 1: 13. bis 20. Mai 2021

Teil 2: ab Juli 2021

Schreibwerkstatt

„Ein Wort zu schreiben bedeutet, ein Tor zu öffnen.“
Yoko Tawada

„Es gibt keine Tatsachen, es gibt nur Geschichten“
Ubaldo Ribeiro

Textwettbewerb

Machen Sie mit!

Worum geht es beim Wettbewerb?

Im März 2020 hat sich unser Leben von heute auf morgen verändert. Was selbstverständlich war, galt nicht mehr, wir müssen seither in einem Ausmaß auf Freiheiten verzichten, wie wir es uns nie hätten träumen lassen. Es bieten sich aber auch Chancen: Innehalten, Fragen stellen, träumen, Fantasien entwickeln. 

Nehmen Sie die Dinge beim Wort! Schreiben Sie etwas über „Freiräume“.

Das kann ein Gedicht sein, gereimt oder ungereimt, aber auch ein kurzer Text. Jede Person kann einen Text in der Länge von maximal 2500 Zeichen (ohne Leerzeichen) einreichen.

Senden Sie Ihren Text mit Anmeldebogen bis zum 30. April an: i-Punkt, „Textwettbewerb“, Hauptstr. 2, 67251 Freinsheim, geben Sie ihn dort ab oder werfen Sie ihn in den Briefkasten. 

Zu gewinnen sind je zwei Freikarten für eine Veranstaltung im Rahmen der Literarischen Lese Freinsheim 2021. Die Jury wählt unter den Einsendungen zehn Siegertexte aus. Diese werden im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung am 13. Mai präsentiert.

Highlight

Thomas Hettche

Am 20. Mai findet die Lesung mit Thomas Hettche zu seinem neuen Buch „Herzfaden“ statt.

Der Romancier Thomas Hettche gehört zu den oft polarisierenden, stets überraschenden literarischen Stimmen dieses Landes. »Der Fall Arbogast« wurde in 13 Sprachen übersetzt, sein Bestseller »Pfaueninsel«, der die atmosphärische Geschichte einer Kleinwüchsigen im Preussen des 19. Jahrhunderts erzählt, wurde u.a. mit dem Wilhelm-Raabe-, dem Wolfgang-Koeppen-Preis, dem Solothurner Literaturpreis und dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.

»Herzfaden« erzählt von der Kraft der Fantasie in dunkler Zeit und von der Wiedergeburt dieses Theaters. Nach dem Krieg gibt Walters Tochter Hatü in der Augsburger Puppenkiste Waisenkindern wie dem Urmel und kleinen Helden wie Kalle Wirsch ein Gesicht. Generationen von Kindern sind mit ihren Marionetten aufgewachsen. Die Augsburger Puppenkiste gehört zur DNA dieses Landes, seit in der ersten TV-Serie im westdeutschen Fernsehen erstmals Jim Knopf auf den Bildschirmen erschien.

Die Literarische Lese 2020 mussten wir aufgrund der Pandemie und dem damit verbundenen Lockdown absagen. Wir bedanken uns beim Kultursommer Rheinland-Pfalz, bei der Stiftung des Landkreises Bad Dürkheim und der Sparkasse Rhein-Haardt für die Unterstützung im Jahr 2020. Ohne diese hätten wir die bis zum Zeitpunkt der Absage bereits entstandenen Kosten nicht stemmen können. 

Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserer diesjährigen Planung ein tragbares Konzept haben, so dass die Veranstaltungen auch unter strengeren Auflagen durchgeführt werden können. Kernstück wird eine Literaturbühne im Retzerpark sein.

Das Motto „Freiräume“ von 2020 übernehmen wir. Freilich hat es inzwischen neue Bedeutungen gewonnen, und bei der Neuauflage werden wir darauf ein besonderes Augenmerk werfen. Die Schreibweise „Frei   Räume“ trägt dem auch visuell Rechnung.

Wir beobachten es an uns selbst, wie der radikal veränderte Alltag mit seinen Einschränkungen und Unsicherheiten die Wahrnehmung beeinflusst, wie sich Prioritäten verschieben und Gewohnheiten wandeln. Welche Auswirkungen das gesellschaftlich haben wird, ist noch nicht absehbar. Wir werden lernen müssen, Vieles neu zu denken – und entsprechend zu handeln. Wir müssen politisch werden im Sinne des Mitgestaltens von Zukunft. Und hier spielt die Kultur eine besondere Rolle.

Der Kultursommer Rheinland-Pfalz hat das Motto „Nordlichter“ für das Jahr 2021 erneut ausgeschrieben. Das unterstützt uns darin, viele Programmpunkte in aktualisierter Form wieder aufzugreifen. Dazu gilt nach wie vor, was im Konzept von 2020 steht: „die eigene Position zu reflektieren und darüber nachzudenken, welche Freiräume wir (und andere) haben, dazu wird die Literatur, werden Texte, Geschichten und Gedichte hoffentlich beitragen.“

Die Literarische Lese

Zwischen Obstbäumen und Weinreben liegt, umgeben von einer mittelalterlichen Stadtmauer, die Stadt Freinsheim. Seit 2010 findet hier eine „Lese“ besonderer Art statt. Hasan Özdemir als Ideengeber fand 2010 mit Eleonore Hefner, Susanne Gierlich und Waltraud Amberger ein Team, das seither die Literatur nach Freinsheim bringt.

Unser Konzept

Freinsheim ist in der literarischen Welt durch Hermann Sinsheimer bekannt. Der dort aufgewachsene Jurist, Journalist, Theaterkritiker und Schriftsteller musste wegen seiner jüdischen Herkunft aus Nazideutschland fliehen. Zu seinen Ehren verleiht die Stadt Freinsheim seit 1983 den Hermann-Sinsheimer-Preis für Literatur und Publizistik und die gleichnamige-Plakette im Wechsel. Dieser Kontext spielt bei der literarischen Lese stets eine besondere Rolle.

Unser Anspruch war es, Lokales und Überregionales zu verbinden und die Literatur zur festen Größe im Veranstaltungskalender der Stadt Freinsheim zu machen. Mit einem vielfältigen Programm möchten wir Ortsansässige und Literaturinteressierte aus Nah und Fern erreichen und damit einen Begegnungsraum für Literatur in der Region schaffen. Inzwischen zählt die Lese zu den kulturellen Highlights der Stadt und hat ein eigenständiges literarisches Profil entwickelt. Wir danken allen, die dazu beigetragen haben und allen, die uns alljährlich unterstützen!

  • Freinsheim bietet einen idealen Rahmen: Die Altstadt mit ihren historischen Gebäuden, Stadtmauer, Retzerpark, Gärten, Weinberge und Obstwiesen – das sind reizvolle Kulissen für Begegnungen mit Autorinnen und Autoren

  • Wir freuen uns, dass regionale Literaturinstitutionen wie das Künstlerhaus Edenkoben und der Literarische Verein der Pfalz zu festen Kooperationspartnern geworden sind

  • Literatur ist für uns auch ein Medium, in Kontakt zu kommen

    • Wir knüpfen Netzwerke zwischen Literatur, Musik und Bildenden Künsten
    • Schon der Name verbindet Literatur und Wein: In Zusammenarbeit mit Winzerbetrieben vor Ort gibt es den „Wein zur Lesung“ sowie eine literarische Wanderung durch die Weinberge.

Projektleitung

Dr. Waltraud Amberger, Literaturwissenschaftlerin und Philosophin, lebt mit ihrer Familie in Grünstadt und hat in der Region seit über dreißig Jahren in zahlreichen kulturellen Projekten mitgewirkt. Ihre Leidenschaft gilt der Literatur und sie schätzt die Literarische Lese Freinsheim als Möglichkeit, sich jedes Jahr auf ein neues Abenteuer zu begeben: die Verbindung von Literatur mit Film, Bildender Kunst und Musik zu einem fröhlichen, anspruchsvollen und weltoffenen Kulturprogramm.

Veranstalter

Stadt Freinsheim in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein der VG Freinsheim e.V.

Der Kulturverein wurde 1991 mit dem Ziel gegründet, das kulturelle Leben in der Verbandsgemeinde Freinsheim zu fördern und zu pflegen. Der Schwerpunkt des Vereins lag in den ersten Jahren bei Konzertveranstaltungen in Zusammenarbeit mit der Musikschule der Verbandsgemeinde.

Parallel dazu engagierte sich der Kulturverein für Projekte wie den Erwerb der Skulptur „Die schöne Palatina“ des Mainzer Künstlers Karlheinz Oswald, den seit 1998 stattfindenenden Jazzworkshop, Theateraufführungen, Kabarett, Chansonabende und gelegentlich auch klassische Konzerte.

Der Kulturverein war an der Gründung der Literarischen Lese Freinsheim maßgeblich beteiligt.

Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt und arbeitet ausschließlich mit Ehrenamtlichen.

Förderer

Ohne Förderung ist ein Projekt wie die literarische Lese Freinsheim nicht möglich. Das Gesamtprojekt der Lese wird seit Anfang an vom Kultursommer Rheinland-Pfalz gefördert. Weitere Zuschüsse kommen vom Bezirksverband der Pfalz, Raiffeisenbank und von der Sparkasse Rhein-Haardt. Darüber hinaus wird die Lese jedes Jahr durch lokale Unterstützer und Sponsoren begleitet.

Herzlichen Dank allen Förderern für die Unterstützung!

Kooperationspartner
Kulturwerkstatt Grünstadt, Kultur Rhein Neckar e.V., Künstlerhaus Edenkoben, Literarischer Verein der Pfalz, Hotel Altstadthof, Winzerbetrieb Hans Dieter Reibold, Bistro Olive

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